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Grußworte 2006

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Plaue sehr geehrte Gäste des Plauer Fischerjakobi 2006!

Als langjährige Ortsbürgermeisterin von Plaue weiß ich die Ehre zu schätzen, dass mir die diesjährige Schirmherrschaft des Fischerjakobi angetragen wurde. Es ist mir eine besondere Freude, Sie zum 10. Fischerjakobi nach der 800-Jahr-Feier Plaues im Jahr 1997 begrüßen zu können. Der Plauer Fischerjakobi ist ein altes Fest. Er ist ein Stück Plauer Geschichte, die wir 1997 wieder aufleben ließen. In unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, sich auf alte Traditionen zu besinnen, neben aller Freude und allem Frohsinn auch innezuhalten. Hierzu wird der Plauer Fischerjakobi beitragen. Das Konzert am Samstag in der Kirche, der Festgottesdienst am Sonntag mit der Predigt von Pastorin Christiane Beutel, die feierliche Prozession auf dem Wasser mit dem anschließenden Einmarsch der Fischerfamilien auf dem Schlosshof sind die Höhepunkte des Festes. Fischerjakobi heißt aber auch Spaß und Unterhaltung für alle Besucher. Auf den drei Bühnen sowie am und auf dem Wasser läuft an allen drei Tagen wieder ein abwechslungsreiches Programm. Ich freue mich auch sehr auf das Höhenfeuerwerk am Sonnabend, das unsere schöne Havel immer in einem beeindruckenden Licht erscheinen lässt.

Zum Fischerjakobi gehören natürlich unsere Fischer. Von ehemals vielen, sind noch vier Fischerfamilien geblieben, die das traditionelle Handwerk des Fischens bei Wind und Regen, Frost und Hitze ausüben. Wir freuen uns, hier vor Ort immer frischen und frisch geräucherten Fisch kaufen zu können und das nicht nur zum Fischerjakobi, sondern das ganze Jahr. Die Fischer Fritz Schröder (er wird nächstes Jahr 80!), Ralf Schmidt, Erhardt Betge mit Söhnen und Lutz Schröder mit Söhnen haben während des Fischerjakobis besonders viel zu tun, gilt es doch, ständig am Verkaufsstand präsent zu sein und gleichzeitig das Fest zu begleiten. Lassen Sie mich noch einmal auf das Jahr 1997 zurückblicken. In der Festschrift zur 800-Jahr-Feier verglich ich Plaue mit einer Hummel, die wegen ihres Körpergewichts im Vergleich zur Größe ihrer Flügel eigentlich nicht fliegen kann und es trotzdem tut. Ähnlich dieser Hummel begannen wir Plauer vor 10 Jahren mit Mut und Engagement ein neues Geschichtsbewusstsein zu entwickeln und alte Traditionen mit neuen Ideen zur Ortsentwicklung zu kombinieren. Heraus kam zunächst, dass wir den Fischerjakobi selbst zu einem Markenzeichen für Plaue entwickelten, der einen festen Platz im märkischen Festkalender hat. Es ist uns gelungen, aus der Plaue prägenden Verbindung von Kulturgeschichte mit Wasser, Flora und Fauna ein Tourismuskonzept zu erarbeiten, das allmählich (für uns aber noch viel zu langsam) umgesetzt wird und jetzt in Plaue auch für neue Gewerbebetriebe und damit Arbeitsplätze sorgt. Dazu waren Ideenreichtum, Courage und Ausdauer notwendig. Mein Dank gilt allen Plauern, die daran mit hohem persönlichem Einsatz beteiligt waren. Wenn wir unseren Blick öffnen, sehen wir, dass sich in den letzten Jahren vieles zum Guten gewandelt hat. So konnte mit Unterstützung der BAS der größte Teil des Plauer Fontaneweges eingerichtet werden, der Hofladen von Monika Schröter mit Biergarten und Fahrradverleih wurde eröffnet, am Margarethenhof hat sich die Marina ebenso etabliert wie das Freizeitcenter der Familie Klischke mit Tennis, Minigolf, Kegelbahnen und jetzt auch Übernachtungsmöglichkeiten inklusive Biergarten. Gleich in der Nachbarschaft bietet der Ruderclub am Havelgut (zusammen mit der KITA "Plauer Spatzen") vielen Kindern und Erwachsenen sportliche Freizeitaktivitäten, die, rechtzeitig begonnen, in Welterfolgen münden können. Weiter südlich wurde aus dem Campingplatz Margarethenhof ein Ferienpark mit eigener Gastronomie und die alte Schiffwerft in der Großen Mühlenstraße entwickelt sich zu einem Wassersportzentrum. Das "Café am Stern" ist Partner der Tourismusinformation geworden und die von uns Plauern eingerichtete und von der DEKRA-Akademie betreute Fischereiausstellung hatte im letzten Jahr über 1000 Besucher, obwohl sie nur im Sommer geöffnet ist. Die "Villa Lindenhof" hat eine erfolgreiche neue Pächterin, die "Kneipe Pur" in der denkmalgeschützten Gartenstadt ist seit Jahren ein Geheimtipp, der "Luisenhof" am Wendsee hat schon die Aufnahme in wichtige Gourmetführer geschafft und die Taverna "Kouros" mit ihrer Terrasse am Wasser, Marina und dem angeschlossenen Hotel "Ikarus" lockt schon über zehn Jahre Gäste an.

Weil wir uns bemühten, gute Rahmenbedingungen für touristisches Gewerbe hier in Plaue zu schaffen, hat sich viel getan, allerdings bleibt noch mehr zu tun. Vor allem muss sich das Ortsbild in der Innenstadt bessern. Dazu kann jeder beitragen und sei es, indem er einen Blumenkübel vor seine Tür stellt. Voller Spannung beobachten wir auch, wie der neue Schlossbesitzer "unser Schloss" nach langem Stillstand und Verfall aus dem Schlaf erweckt und dieses Areal zu einem für Plaue und die gesamte Region bedeutsamen Anziehungspunkt gestaltet Ebenso warten die kulturgeschichtlich bemerkenswerte Wiesickevilla am Margarethenhof, in der Theodor Fontane mehrfach weilte und wo er "Plaues ewig blauen Himmel" pries sowie im Schlosspark der Tontaubenschießstand und der "Hungerturm" auf ihre Restaurierung. Noch immer hoffe ich auch, einen Töpfermeister zu finden, der die Tradition der Plauer Porzellanmanufaktur wieder belebt. Wir suchen jemanden, der aus dem Erbe der im 15. Jh. hier wirkenden Familie von Quitzow eine Geschäftsidee entwickelt und wir sehen uns weiter nach einem Ort um, wo wir die archäologischen Funde, die hier in Plaue gemacht wurden, ausstellen können. Plaue hat viele Potentiale, die wir weiterentwickeln wollen. Ich danke allen, die sich ehrenamtlich und geschäftlich in die Entwicklung unserer Stadt einbringen. Ich danke den Mitgliedern des Unabhängigen Bürgervereins Plaue e.V. und des Traditionsclubs von Quitzow e.V., die sich seit 1990 nicht nur für die Entwicklung Plaues engagieren, sondern auch den Plauer Fischerjakobi veranstalten. Dabei geht mein besonderer Dank an Dieter Sikorski und Georg Kahler, die als Hauptmanager die monatelangen Vorbereitungen und die Durchführung des Festes leiten sowie an alle Helfer aus Plaue und Umgebung, die sich in irgendeiner Weise für den Erfolg des Plauer Fischerjakobi engagieren, ohne nach Honorar oder Vergütung zu fragen. Gemeinsam wirken wir ehrenamtlich für dieses traditionsreiche Fest.

In diesem Sinne wünsche ich uns zum 10. Fischerjakobi herrliches Wetter, viel Freude und Frohsinn in Plaue und seiner zauberhaften Umgebung sowie allen Besuchern drei unvergessliche Tage.

Plaue/H., im Juli 2006

Dr. Lieselotte Martius

Ortsbürgermeisterin von Plaue/H. Schirmherrin des Fischerjakobi 2006