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Grußworte 2007

Liebe Plauerinnen und Plauer,
liebe Gäste des 11. Plauer Fischerjakobi 2007!

850 Jahre Mark Brandenburg - 810 Jahre Plaue an der Havel

so lautet das Motto der Festschrift zum Plauer Fischerjakobi 2007. Markgraf Albrecht der Bär eroberte am 11. Juni 1157 die Brandenburg auf der heutigen Dominsel. Dieses Datum wird als Geburtstag der Mark Brandenburg gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt soll es an dem damals strategisch wichtigen Have-lübergang in Plaue eine Wasserburg gegeben haben. Die Siedlung selbst wird erstmals 1197 in den alten Schriften erwähnt. Allerdings wurden in den letzten Jahren bei Ausgrabungen in der Genthiner Straße Siedlungsreste gefunden, die die Vermutung zulassen, dass Plaue älter ist. Die Geschichte von Plaue an der Havel ist hoch interessant. Über Jahrhunderte wurde zwischen den Markgrafen von Brandenburg und den Erzbischöfen von Magdeburg um Plaue gestritten. Seit 1449 gehört Plaue endgültig zur Mark Brandenburg. Später resi-dierten im schloss viele berühmte Persönlichkeiten, die von hier aus auf die Geschicke der Mark ein-wirkten. Die wechselseitige Geschichte können Sie, liebe Besucher des Fischerjakobi, in dieser und den vielen bereits herausgegebenen Festschriften zum Plauer Fischerjakobi nachlesen. Unser Ort wurde geprägt durch Kirche, Schloss und Havel mit ehemals mehr als 23 der Fischerei nachgehenden Familien. So ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Inmitten einer malerischen Land-schaft, umgeben von Fluss und Seen, von Niederungen und ausgedehnten Wäldern, sehen wir Plauer gespannt auf die Neubelebung und weitere Entwicklung des Barockschlosses an der Havel. Die alte Plauer Kirche mit ihrem freistehenden Turm ist in den zurückliegenden Jahren liebevoll und aufwän-dig saniert worden und lädt ein zum Gottesdienst, stillem Verweilen oder zur Kirchenmusik ein. Das gesellschaftliche Bild hat sich in den Jahrhunderten gewandelt. Eines ist aber geblieben: Am letzten Julisonntag (nach dem 25 Juli) feiern die Plauer Fischer mit ihren Gästen zu Ehren des Heili-gen Jacobus ihr Fischerjakobifest. Weilten früher zu unterschiedlichen Anlässen König Friedrich Wil-helm I oder Kaiser Wilhelm II. in Plaue, orderte der Russische Zar Peter I. hier das im berühmte Plau-er Porzellan oder prägte Theodor Fontane bei seinen häufigen Besuchen den Satz von "Plaues ewig blauen Himmel", so begrüßen wir Plauer zum Fischerjakobi seit Jahren den Landtagspräsidenten des Landes Brandenburg, Bundestagsabgeordnete, Staatssekretäre, Oberbürgermeister und in diesem Jahr als Schirmherren Herrn Minister Woidke. Plaue ist eben immer eine Reise wert. Aus diesem Grund lade ich Sie, liebe Gäste, auch in diesem Jahr herzlichst ein, hier in Plaue an der Havel drei unvergessliche und frohe Tage beim Fischerjakobi zu verleben, getreu nach dem Motto: Zu Gast bei Freunden.

Plaue/H. im Juli 2007

Dr. Lieselotte Martius Ortsbürgermeisterin

Grußwort von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke für die Broschüre zum 11. Plauer Fischerjakobi 2007

Liebe Plauerinnen und Plauer,
sehr geehrte Gäste des Plauer Fischerjakobi 2007!

Die Fischerei gehört zu den ältesten Gewerbe der Mark. Mit den ersten Siedlern, als hier noch alles Sumpf und Sand war, wurden in unserem gewässerreichen Land die Netze ausgeworfen.

Kein Wunder also, dass der eigentliche Schirmherr dieses Fests - der ältere Jakobus - schon 1963 Jahre tot ist. Bis heute gehört er- unter anderem auch der Schutzheilige der Fischer - zu den bekannteren Aposteln. Noch immer machen sich Wanderer zur inneren und äußeren Einkehr auf den Jakobsweg, eigentlich mehrere Pilgerstraßen, die alle im spanischen Santiago de Compostela enden. So steht Jakobus für alte europäische Netzwerke, an die wir erst jetzt - nach dem Fall der Mauer und der Erweiterung der Europäischen Union - wieder grenzenlos anknüpfen können.

Vor diesem Hintergrund ist es natürlich vermessen, die Schirmherrschaft für den Plauer Fischerjakobi anzunehmen. Aber zum einen ist sie mir freundlich angetragen worden, zum anderen wollen wir aktiv ein Zeichen setzen, um auf die Leistungsfähigkeit unserer Binnenfischer hinzuweisen. Dabei geht es nicht nur um Fischzucht und Fischfang, sondern auch um Hege- und Pflegeleistungen für Hunderttausende Angler.

Wie vor Jahrhunderten profitieren die Stadt und die Region auch heute noch von der Havel, dem Beetzsee und dem Riewendsee als Fischerreviere und den ortsansässigen Fischern. Die Fischer üben ihr traditionelles Handwerk bei Wind und Regen, Frost und Hitze aus.

Der Plauer Fischerjakobi ist ein guter Grund, der alten Stadt und Namensgeberin der Mark einen Besuch abzustatten.

Ein Pilotprojekt zur Erhöhung des Aallaicherbestands wird in Trägerschaft der Fischereischutzgenossenschaft "Havel" Brandenburg e. G. mit Sitz in Plaue bereits das zweite Jahr mit großem finanziellem Engagement fortgesetzt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Anglerverband werden jährlich gut besuchte Hegeangeltage veranstaltet, um ökologisch unerwünschte Massenfische zu dezimieren.

Das Handwerk der Fischer ist ein schweres, dabei aber in der Gesellschaft ein angesehenes und ehrenwertes Handwerk seit jeher. Um im täglichen Ringen um Fangerfolge, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit auch weiterhin zu bestehen, brauchen unsere Fischer Rückhalt bei unseren Mitmenschen und in der Politik. Brandenburger Fischer engagieren sich in Berufsvereinigungen und nehmen aktiv Einfluss auf politische Entscheidungen sowohl in Potsdam und Berlin als auch in Brüssel. Ob in Förderprogrammen, Pilotprojekten oder im Fischereirecht ist die Mitwirkung der Brandenburger Fischer spürbar erfolgreich und nimmt immer mehr an Gewicht zu. So zeigt die Fischerausstellung in der Genthiner Straße 7 Ausschnitte aus der Arbeit und dem Leben der Fischer um 1900. Viele der ausgestellten Geräte stehen für eine lange Fischereigeschichte. Hier wird aber nicht nur die Vergangenheit, sondern mit der großen Reuse in der Saalmitte auch ein Stück Gegenwart der Plauer Fischerei dokumentiert.

Die Plauer Fischer tragen zur Aufklärung der Bevölkerung bei, i ndem sie das Potsdamer Naturkundemuseum bei der Gestaltung von Aquarien mit heimischen Fischen unterstützen

Seit dem 6. Fischerjakobi 2001 können sich die örtlichen Fischer, stellvertretend für alle Seen- und Flussfischer Brandenburgs, würdig mit einem restaurierten traditionellen Plauer Fischerkahn präsentieren, der aus dem Geld der Fischereiabgabe gefördert wurde.

Ich wünsche den Fischern und Ihren Gästen zum 11. Fischerjakobi schönes Wetter, viel Freude und Frohsinn in Plaue sowie allen Besuchern aus nah und fern unvergessliche Tage.


Plaue, im Juli 2007

Dr. Dietmar Woidke
Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz