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Grußworte 2009

Liebe Plauer und Kirchmöseraner, liebe Gäste und Mitwirkende des 13. Plauer Fischerjacobi

Die beiden westlichen Vororte von Brandenburg an der Havel sind über 100 Jahre durch die Seegartenbrücke miteinander verbunden. Wie wichtig diese Brücke ist, haben wir alle unlängst erfahren, als die Vorgängerin baufällig war und abgerissen werden musste. Nun gehen und fahren wir über den imposanten größeren und höheren Neubau und genießen immer wieder die herrliche Wasserlandschaft. Kirchmöser liegt auf einer Insel. Der lange Zeit brachliegende Industriestandort erwacht zu neuem Leben. Der Wasserturm ist wieder begehbar. Von dort oben können wir noch besser staunend begreifen, in welch schöner Gegend wir leben. Vor Jahrhunderten kamen vom Süden über Kirchmöser die Hohenzollern in die Stadt Brandenburg. Schon diese erkannten die Bedeutung der Handelswege von West nach Ost über die heutige Heerstraße. Wie der Name schon sagt, zogen nicht nur Handelswagen dort entlang, sondern auch Truppen nutzen diesen Weg, um schnell voran zu kommen. Es ging wirklich hoch her auf der Heerstraße, auch Räuber und Diebe trieben hier ihr Unwesen, denn mit den Handelstrossen kam für sie auch fette Beute die alte Straße entlang gezogen. Einer der berühmtesten war Habakuk Schmauch, welcher sein Lager im Diebesgrund aufschlug. Dort konnte er lange Zeit unentdeckt kampieren und seine Beute horten. Vor allem auf das Silber der Kaufleute hatte er es abgesehen. So kam die dortige Quelle in der Nähe seines Lagers zu dem romantischen Namen Silberquelle, diente sie doch aber dem Räuber als Trinkwasserquelle für sich und seine Spießgesellen.

Plaue ist über 8oo Jahre alt. An der Stelle, wo heute die denkmalgeschützte alte Plauer Brücke steht, gab es schon immer einen Übergang durch oder über die Havel. Er war wichtig für die Ritter und Kaufleute, die zwischen Magdeburg und Berlin unterwegs waren. Der enorm zunehmende Straßenverkehr nach 1989 erforderte den Neubau einer Brücke über die Havel. Mit dem Bau der Umgehungsstraße durch Plaue wurde 2003 auch die neue Havelquerung eingeweiht. Als Betonspannbrücke fügt sie sich schlicht und zweckbetont in die Landschaft. Unsere alte Jugendstilfachwerkbrücke hingegen hat ihren eigenen Charme. Wir wollen sie unbedingt erhalten, ist sie doch auch zum Fischerjakobi der schönste Aussichtspunkt, wenn in der Nacht tausende Feuerwerkssterne in den Himmel über Schloss und Havel steigen.

Früher gehörten Plaue und Kirchmöser als selbständige Orte zu den Landkreisen Westhavelland bzw. Jerichow. 1952 wurden beide in die Stadt Brandenburg eingemeindet. Lange Jahre gab es so etwas wie Konkurrenz zwischen Kirchmöser und Plaue. Die Jungs aus Kirchmöser tanzten nicht mit einer Deern aus Plaue, sagten die Alten. Gearbeitet haben die Plauer gern im Werk der Bahn in Kirchmöser... Als in den 1960er Jahren die Kohle knapp war, mussten die Plauer nach Kirchmöser in die größere Schule. Die Kirchmöseraner mussten aber immer durch Plaue nach Brandenburg, und das war nur über die uns verbindenden Brücken möglich. Die Gemeinsamkeiten wuchsen nach 1989. Jeder Ortsteil gründete seinen Bürgerverein. Wir unterstützten uns zum Beispiel, als es galt, eine Müllverbrennungsanlage zu verhindern Mit dem Rückgang der Bevölkerung wurde auch nur noch eine Grund- u. Oberschule für beide Ortsteile gewährt. So wuchsen die Gemeinsamkeiten noch weiter. Jetzt wird zusammen gelernt und gearbeitet und für das Wohlergehen der beiden Ortsteile gekämpft. Auch zum Arzt kann man gemeinsam gehen, denn die Kinderärztin, die ihre Praxis in Kirchmöser hat, ist für alle Kinder da. Auch die Kirchengemeinden arbeiten zusammen. Jedes Jahr freuen wir uns auf den gemeinsamen Martinsumzug für die Kinder. Beide Pfarrer kennen die Gemeinden, predigen sie doch auch schon mal abwechselnd in Plaue und Kirchmöser. Oft zieht es die Kirchmöseraner zum Plauer Kirchensommer und die Plauer besuchen das Kirchmöserfest oder den Tag der offenen Tür bei der Kirchmöseraner Feuerwehr.

So wie die Brücken Hände reichen, um Ufer zu verbinden, so werden auch wir Brücken bauen mit unseren Händen und mit unseren Herzen, dass unsere Taten und Gedanken sicher von einer Seite zur anderen gelangen, ohne Umwege in Kauf nehmen zu müssen oder nasse Füße zu bekommen. Die Kirchmöseraner und Plauer reichen den Gästen des Plauer Fischerjakobi herzlich ihre Hände! Seien Sie willkommen und genießen Sie unvergessliche Tage beim Fischerjakobi.

Ihre Ortsvorsteherinnen
Ines Budick (Kirchmöser)
Dr. Lieselotte Martius (Plaue)

Grußwort Gunter Fritsch - Vorsitzender des Landestourismusverbandes Brandenburg

Und doch ist 13 eine Glückszahl

Allen Gästen und Teilnehmern am dreizehnten Plauer Fischerjakobi darf ich meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln. Nach so vielen Jahren darf man von einer fest etablierten Tradition sprechen, die natürlich ihre Wurzeln in der 812-jährigen Geschichte dieses reizvollen Fischerstädtchens hat. Unsere Geschichte zu pflegen heißt unsere Wurzeln zu pflegen ohne die es bekanntlich kein Wachstum und damit keine Zukunft gibt. Ich danke allen Beteiligten für die Mühe und Arbeit bei Vorbereitung und Durchführung des diesjährigen Fischerjakobi. Als Vorsitzender des Landestourismusverbandes Brandenburg habe ich gern die Schirmherrschaft in diesem Jahr übernommen. Das für dieses Jahr gewählte Motto „Brücken verbinden“ gilt ganz gewiss hier für Plaue und Kirchmöser. Aber es hat auch eine allgemeine, weiterreichende Bedeutung. Eine der wirksamsten und wichtigsten Brücken in die Welt ist herzliche Gastfreundschaft. Sie wird aus unseren Besuchern Freunde machen. Sie wird das Reiseland Brandenburg weit über seine Grenzen hinaus in der Welt bekannt machen. Lassen Sie uns gemeinsam daran weiterarbeiten und den Beweis antreten: Wir sind es selbst, die aus der 13 eine Glückszahl machen.

Ihr Gunter Fritsch